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Räbeliechtliumzug

Räbeliechtli-Umzug in Seengen vom Montag, 13. November 2017

„Es esch schön gsi!“ Der alljährliche Räbeliechtli-Umzug ist für die jüngeren Kinder immer ein beeindruckendes Erlebnis und sie sind vor dem Anlass dementsprechend nervös und aufgeregt. Für die älteren Zuschauer ist es sicher ein Stück Tradition und Kulturgut und die Eltern sind jedes Mal sehr berührt, wenn sie sehen, wie freudig und stolz ihre Kinder die vielfältig geschnitzten Räben durch das Dorf tragen. Doch bis es soweit ist, gibt es im Vorfeld ein paar Anlässe, die es zu erwähnen gilt. Ganz am Anfang steht zuerst die Räbenernte. Es ist auch schon fast zur Tradition geworden, denn seit bald zehn Jahren gehen die „Grossen“ vom Kindergarten rotes Haus mit Astrid Remund aufs Räbenfeld und zupfen die schönsten und besten Räben aus der Erde.

Raeben grabenStolz präsentieren die Kinder ihre Ernte

Zurück auf dem Bauernhof wurden die Räben mit dem Gartenschlauch und mit groben Bürsten vom ärgsten Schmutz befreit. Nach einem feinen Znüni und mit frischer Milch gestärkt, zogen die Kinder im Leiterwagen die eigenen Räben in den Kindergarten zurück. Dies war wie jedes Jahr ein fröhliches Ereignis.

Am darauffolgenden Samstag wurden die Väter in den Kindergarten eingeladen. Gemeinsam mit den Kindern wurde nun ausgehöhlt, geschnitzt und verziert. Es waren alle eifrig bei der Sache und so entstanden die schönsten Räbeliechtli teilweise mit kunstvollen Schnitzereien.

Raebeliechtli geschnitzt1„Mer hend die schönste Liechtli im ganze Land!“

Über einen längeren Zeitraum übten wir im Kindergarten und der Schule die stimmungsvollen Lieder und natürlich auch die passende Gangart, damit dann auch am Umzug-Abend „das Liechtli ja ned löscht“!

Und dann war es endlich soweit, die Wetterprognosen waren tagsüber noch unsicher, doch wir hatten Glück und es blieb trocken. In einem feierlichen Zug spazierten etwa 150 Kinder als heller Lichterzug durchs Dorf. Abwechselnd sangen wir unsere Lieder und dann übernahmen die jungen Tamburen, die den langen Zug anführten, wieder das Zepter. Die Trommelklänge hallten zwischen den Häusern und lockten so manchen Zuschauer ans Fenster oder auf die Terrasse. Der Weg war abgedunkelt und der Verkehr wurde von der Feuerwehr angehalten, so leuchteten vorwiegend unsere Räben durch die Gassen. Wunderschön war die „Alte Schmitte“ anzusehen. Unzählige Räben leuchteten auf den Treppenstufen, dem Geländer und auf den Simsen in liebevoller Weise dekoriert und entlockten bei Vielen ein „Ahh und Ohh“.

Lichterzug durch Seengen und „alte Schmitte“    

Wieder auf dem Schulhausplatz angekommen, bildeten wir einen grossen Kreis mit allen Kindern und sangen gemeinsam die Lieder. Nun durften die Kerzen gelöscht werden. Am Klassentisch warteten schon verschiedene Leckereien, die die Kinder und auch Eltern nun gerne schmausten und dazu gab es warmen Tee und es tönte von vielen Seiten her: „Es esch schön gsi!“

SK